Managen unter Druck – Teil 2: Effektiv kommunizieren

Managen unter Druck – Teil 2: Effektiv kommunizieren
#Agilität #Spielregeln #Transformation #Change

Als Interimsmanager bin ich Extremmanager. Ich habe wenig Zeit, um bei eingeschränktem Einblick und in angespannter Atmosphäre in Firmen die Wende zum Besseren einzuleiten. Dabei zehre ich von meiner Erfahrung als Rettungstaucher. Heute beschreibe ich, wie ich klar und wirkungsvoll kommuniziere.

Tauchgänge absolviert man nicht allein. Das Team ist Trumpf. Interimeinsätze starte ich alleine, den Wandel aber erziele ich nur im Team. Kommunikation ist dabei Trumpf. Und dabei nutze ich, was ich beim Tauchen im Team an überlebenswichtiger Kommunikation gelernt habe.

Regel 1: Das Wesentliche in den Blick nehmen

Unter Wasser kann nicht gesprochen, geschweige denn diskutiert werden. Es braucht den Blick für das Wesentliche. Und es braucht kurze und klare Codes, die auch verstanden werden.

Ein Set aus circa 15 Signalen für entscheidende, ja kritische Situationen beherrscht jeder Taucher. Es sind dies zum Beispiel Atem- und Gehörprobleme, Richtungs-, Auftauch- bzw. Abtauchentscheidungen, allen voran jedoch die Ohne-Atem-Gib-mir-Luft-Notfallsignale.

Ähnliche präzise und knapp kommuniziert auch der erfahrene Manager unter Druck. Eine klare Sprache für das Wesentliche, die von allen verstanden wird, ist im Interimeinsatz erfolgsentscheidend. Doch was ist das Wesentliche? Als wesentlich haben sich in all meinen Einsätzen die Antworten auf die folgenden drei Fragen herausgestellt:

  • Was ist das Kernproblem?
  • Wie kann ich dieses Kernproblem quantitativ erfassen?
  • Wer sind meine Schlüsselpersonen, um das Problem zu lösen?

Das wichtigste Signal heißt: Stop! Unter Wasser brauche ich es, um in einer verfahrenen Situation alle Aktivitäten zu beenden und das Denken zu ermöglichen (Stop! Nachdenken! Handeln!). Im Interimeinsatz brauche ich ein solches Signal, um meiner Umgebung eindeutig klarzumachen, dass Ruhe einziehen muss. Das gelingt nicht nur auf der Tonspur, sondern vor allem durch klare Körpersprache.

Regel 2: Früh kommunizieren

Kommuniziere früh, denn sonst ist es unter Wasser schnell zu spät. Die Luft geht aus, ein Tier greift an, der Rückweg ist versperrt. Das scheint im Interimeinsatz wesentlich entspannter, ist es aber nicht. Die Folgen zeigen sich nur später.

Warum aber kommunizieren wir nicht selten viel zu spät und vorsichtig? Hier gibt es viele Gründe zu nennen: von der Scheu, andere unangenehm zu berühren, bis hin zur Feigheit, die Dinge beim Namen zu nennen. All dies gilt es zu überwinden.

Denn frühe und klare Kommunikation ist auch eine Frage des Respekts. Sagen, wie es ist, ist der erste Schritt zur Lösung. Auch wenn die Botschaften verunsichern oder wehtun. Das gilt umso mehr, wenn sich diese Botschaften gegen Bremser und Saboteure richten. Aber schädliches Verhalten und fehlende Leistung gilt es gerade unter Druck offen anzusprechen – auch und besonders im Interesse all jener, die ihr letztes für die Besserung der Situation oder den Turnaround geben.

Regel 3: Sich positionieren

Führen heißt unter Wasser sehr oft vorauszuschwimmen. Und selbst im Rettungseinsatz ist es effektiver, vor einem in Panik geratenen Tauchkollegen herzuschwimmen und den Weg zu weisen, als ihm unter die Arme zu greifen. Wer das tut, läuft Gefahr, selbst in die Tiefe gerissen zu werden und nichts zu erreichen.

Im übertragenen Sinne gilt das auch für den Interimmanager. Das Umfeld muss sehen und spüren, wo man steht und wo man hinwill. Das sollte klar und eindeutig geschehen – dann erübrigt es sich, bei allem und jedem selbst anzupacken.

Regel 4: Kontakt und Nähe suchen

Unter Wasser gilt: Suche Nähe und Kontakt! Denn hier siehst Du nicht weit – und Kontakt schafft Sicherheit und Eindeutigkeit. Das gilt auch im Interimeinsatz. Nichts kann das persönliche Gespräch ersetzen – mit Schlüsselpersonen sowieso, aber auch mit weiteren Beteiligten und Betroffenen.

Auch der gute Interimsmanager weiß: Ich kann nur gewinnen, so mein Mitarbeiter gewinnt. Sie oder er muss mit mir wollen, ich muss mit ihr oder ihm wollen. Wir müssen uns gegenseitig vergewissert sein. Der zentrale moralische Wert heißt Vertrauen. Und das entsteht durch Nähe und Kontakt.

Einsicht für Extremmanager

Unter Druck und Zeitnot gilt daher für Taucher und Manager: Klar und knapp kommunizieren, Kontakt suchen und halten sowie eine unmissverständliche Position einnehmen. Wer das unterlässt, riskiert unter Wasser Menschenleben. Im Unternehmen gefährdet sie oder er den Erfolg.

Folgen Sie mir auf diese Exkursion in trübe Gewässer und undurchsichtige Verhältnisse. Lernen Sie mit mir, den Atem einzuteilen und Wucht und Wirkung zu entfalten.

Links:

Viel Spaß beim Lesen.

Kontakt




















































Managen unter Druck – Teil 2: Effektiv kommunizieren

Als Interimsmanager bin ich Extremmanager. Ich habe wenig Zeit, um bei eingeschränktem Einblick und in angespannter Atmosphäre in Firmen die Wende zum Besseren einzuleiten. Dabei zehre ich von meiner Erfahrung als Rettungstaucher. Heute beschreibe ich, wie ich klar und wirkungsvoll kommuniziere.

Tauchgänge absolviert man nicht allein. Das Team ist Trumpf. Interimeinsätze starte ich alleine, den Wandel aber erziele ich nur im Team. Kommunikation ist dabei Trumpf. Und dabei nutze ich, was ich beim Tauchen im Team an überlebenswichtiger Kommunikation gelernt habe.

Regel 1: Das Wesentliche in den Blick nehmen

Unter Wasser kann nicht gesprochen, geschweige denn diskutiert werden. Es braucht den Blick für das Wesentliche. Und es braucht kurze und klare Codes, die auch verstanden werden.

Ein Set aus circa 15 Signalen für entscheidende, ja kritische Situationen beherrscht jeder Taucher. Es sind dies zum Beispiel Atem- und Gehörprobleme, Richtungs-, Auftauch- bzw. Abtauchentscheidungen, allen voran jedoch die Ohne-Atem-Gib-mir-Luft-Notfallsignale.

Ähnliche präzise und knapp kommuniziert auch der erfahrene Manager unter Druck. Eine klare Sprache für das Wesentliche, die von allen verstanden wird, ist im Interimeinsatz erfolgsentscheidend. Doch was ist das Wesentliche? Als wesentlich haben sich in all meinen Einsätzen die Antworten auf die folgenden drei Fragen herausgestellt:

  • Was ist das Kernproblem?
  • Wie kann ich dieses Kernproblem quantitativ erfassen?
  • Wer sind meine Schlüsselpersonen, um das Problem zu lösen?

Das wichtigste Signal heißt: Stop! Unter Wasser brauche ich es, um in einer verfahrenen Situation alle Aktivitäten zu beenden und das Denken zu ermöglichen (Stop! Nachdenken! Handeln!). Im Interimeinsatz brauche ich ein solches Signal, um meiner Umgebung eindeutig klarzumachen, dass Ruhe einziehen muss. Das gelingt nicht nur auf der Tonspur, sondern vor allem durch klare Körpersprache.

Regel 2: Früh kommunizieren

Kommuniziere früh, denn sonst ist es unter Wasser schnell zu spät. Die Luft geht aus, ein Tier greift an, der Rückweg ist versperrt. Das scheint im Interimeinsatz wesentlich entspannter, ist es aber nicht. Die Folgen zeigen sich nur später.

Warum aber kommunizieren wir nicht selten viel zu spät und vorsichtig? Hier gibt es viele Gründe zu nennen: von der Scheu, andere unangenehm zu berühren, bis hin zur Feigheit, die Dinge beim Namen zu nennen. All dies gilt es zu überwinden.

Denn frühe und klare Kommunikation ist auch eine Frage des Respekts. Sagen, wie es ist, ist der erste Schritt zur Lösung. Auch wenn die Botschaften verunsichern oder wehtun. Das gilt umso mehr, wenn sich diese Botschaften gegen Bremser und Saboteure richten. Aber schädliches Verhalten und fehlende Leistung gilt es gerade unter Druck offen anzusprechen – auch und besonders im Interesse all jener, die ihr letztes für die Besserung der Situation oder den Turnaround geben.

Regel 3: Sich positionieren

Führen heißt unter Wasser sehr oft vorauszuschwimmen. Und selbst im Rettungseinsatz ist es effektiver, vor einem in Panik geratenen Tauchkollegen herzuschwimmen und den Weg zu weisen, als ihm unter die Arme zu greifen. Wer das tut, läuft Gefahr, selbst in die Tiefe gerissen zu werden und nichts zu erreichen.

Im übertragenen Sinne gilt das auch für den Interimmanager. Das Umfeld muss sehen und spüren, wo man steht und wo man hinwill. Das sollte klar und eindeutig geschehen – dann erübrigt es sich, bei allem und jedem selbst anzupacken.

Regel 4: Kontakt und Nähe suchen

Unter Wasser gilt: Suche Nähe und Kontakt! Denn hier siehst Du nicht weit – und Kontakt schafft Sicherheit und Eindeutigkeit. Das gilt auch im Interimeinsatz. Nichts kann das persönliche Gespräch ersetzen – mit Schlüsselpersonen sowieso, aber auch mit weiteren Beteiligten und Betroffenen.

Auch der gute Interimsmanager weiß: Ich kann nur gewinnen, so mein Mitarbeiter gewinnt. Sie oder er muss mit mir wollen, ich muss mit ihr oder ihm wollen. Wir müssen uns gegenseitig vergewissert sein. Der zentrale moralische Wert heißt Vertrauen. Und das entsteht durch Nähe und Kontakt.

Einsicht für Extremmanager

Unter Druck und Zeitnot gilt daher für Taucher und Manager: Klar und knapp kommunizieren, Kontakt suchen und halten sowie eine unmissverständliche Position einnehmen. Wer das unterlässt, riskiert unter Wasser Menschenleben. Im Unternehmen gefährdet sie oder er den Erfolg.

Folgen Sie mir auf diese Exkursion in trübe Gewässer und undurchsichtige Verhältnisse. Lernen Sie mit mir, den Atem einzuteilen und Wucht und Wirkung zu entfalten.

Links:

Viel Spaß beim Lesen.

Kontakt