Managen unter Druck – Teil 3: Schnell entscheiden

Managen unter Druck – Teil 3: Schnell entscheiden
#Agilität #Spielregeln #Transformation #Change

Als Interimsmanager bin ich Extremmanager. Ich habe wenig Zeit, um bei eingeschränktem Einblick und in angespannter Atmosphäre in Firmen die Wende zum Besseren einzuleiten. Dabei zehre ich von meiner Erfahrung als Rettungstaucher. Heute beschreibe ich, wie man schnell zu angemessenen Entscheidungen kommt.

Unter Wasser tickt die Uhr. Der Sauerstoffvorrat der Druckluftflasche ist begrenzt. Wenn Dinge nicht nach Plan laufen, müssen Entscheidungen getroffen werden. Schnell und beherzt. Zögern und zaudern kostet Atemluft, Selbstsicherheit und Kraft. Deshalb beherzige ich drei Regeln.

Regel 1: Folge Grundsätzen!

Wenn ich unter Wasser entscheiden muss, lege ich eherne Maßstäbe an. Die Wichtigsten: Gefährde Dich nicht, Mensch geht vor Material, folge Deinem Plan! Auch wenn es seltsam klingt: Das spart langwieriges Abwägen, das gibt Zeit und Kraft für die nötige Reaktion.

Beides hilft mir auch im Interimeinsatz. Denn auch hier kostet zögern und zaudern Zeit, Überzeugungskraft und Handlungsspielraum. Bei allem was ich tue und unter Druck entscheide, befrage ich meine Grundsätze. Sie lauten:

  • Diene dem Kunden!
  • Diene dem Mitarbeiter!
  • Diene der Gesellschaft!

Regel 2: Nutze Standards!

Weil Zeit kostbar ist, nutze ich als Taucher Standards, wo immer es geht. Ich folge Regeln, eingeübten Handgriffen, erprobten Lösungen. Ich lege die Leinen und befestige meine Ausrüstung bewusst so, wie es alle machen. Das ermöglicht mir und anderen, schnell und gezielt einzugreifen und gegebenenfalls lebenserhaltende Maßnahmen einzuleiten.

Als Manager gehe ich ähnlich vor. Auch hier greife ich auf Praktiken zurück, die sich bewährt haben, die ich aus dem Effeff beherrsche und die anderen bekannt sind. Ein kleines Beispiel sei die „Wiedervorlageliste“, im Schweizerdeutschen „Pendenzenliste“ genannt. Sie enthält alle zu erledigenden Aufgaben. Diese arbeite ich in stoischer Manier ab und mache sie regelmäßig zum Thema in meinen Gesprächen mit Mitarbeitern.

Jeder kennt die offenen Punkte, kann diese bearbeiten, sich vorbereiten sowie neue Punkte hinzufügen. Der Wert, der sich daraus für mich und den Mitarbeiter ergibt, nennt sich Klarheit. Das Meeting wird somit durch eine ganz banale, kleine Standardprozedur planbar und effizient. Entscheidungsbedarfe sind adressiert und schnell zu klären.

Regel 3: Bleib im Rahmen!

Als Taucher kenne ich meine Grenzen – an Kraft, an Atemluft, an Erfahrung. Sie zu beachten, ist überlebenswichtig. Und ich habe ein Ziel, das ich nicht aus den Augen verlieren darf - nämlich: Ein Vorhaben erfüllen und wieder auftauchen. Daher treffe ich keine Entscheidung, ohne mir die Grenzen meiner Leistungskraft und meiner Tauchmission bewusst zu machen.

Auch das leitet mich im Unternehmenseinsatz. Auch hier werde ich meinem Auftrag nur gerecht, wenn ich meine Möglichkeiten realistisch einschätze, Wissen und Erfahrung richtig einsetze und nur so tief in die Mission eintauche, dass ich angesichts der gegebenen Zeit und Möglichkeiten auch erfolgreich wieder auftauchen kann.

Einsicht für Extremmanager

Deshalb gilt für Taucher wie für Manager: Zeit und Kraft dosieren, auf erprobte Vorgehensweisen setzen und seinen Grundsätzen folgen. Je mehr Druck herrscht, desto wichtiger ist das!

Links:

Viel Spaß beim Lesen.

Kontakt




















































Managen unter Druck – Teil 3: Schnell entscheiden

Als Interimsmanager bin ich Extremmanager. Ich habe wenig Zeit, um bei eingeschränktem Einblick und in angespannter Atmosphäre in Firmen die Wende zum Besseren einzuleiten. Dabei zehre ich von meiner Erfahrung als Rettungstaucher. Heute beschreibe ich, wie man schnell zu angemessenen Entscheidungen kommt.

Unter Wasser tickt die Uhr. Der Sauerstoffvorrat der Druckluftflasche ist begrenzt. Wenn Dinge nicht nach Plan laufen, müssen Entscheidungen getroffen werden. Schnell und beherzt. Zögern und zaudern kostet Atemluft, Selbstsicherheit und Kraft. Deshalb beherzige ich drei Regeln.

Regel 1: Folge Grundsätzen!

Wenn ich unter Wasser entscheiden muss, lege ich eherne Maßstäbe an. Die Wichtigsten: Gefährde Dich nicht, Mensch geht vor Material, folge Deinem Plan! Auch wenn es seltsam klingt: Das spart langwieriges Abwägen, das gibt Zeit und Kraft für die nötige Reaktion.

Beides hilft mir auch im Interimeinsatz. Denn auch hier kostet zögern und zaudern Zeit, Überzeugungskraft und Handlungsspielraum. Bei allem was ich tue und unter Druck entscheide, befrage ich meine Grundsätze. Sie lauten:

  • Diene dem Kunden!
  • Diene dem Mitarbeiter!
  • Diene der Gesellschaft!

Regel 2: Nutze Standards!

Weil Zeit kostbar ist, nutze ich als Taucher Standards, wo immer es geht. Ich folge Regeln, eingeübten Handgriffen, erprobten Lösungen. Ich lege die Leinen und befestige meine Ausrüstung bewusst so, wie es alle machen. Das ermöglicht mir und anderen, schnell und gezielt einzugreifen und gegebenenfalls lebenserhaltende Maßnahmen einzuleiten.

Als Manager gehe ich ähnlich vor. Auch hier greife ich auf Praktiken zurück, die sich bewährt haben, die ich aus dem Effeff beherrsche und die anderen bekannt sind. Ein kleines Beispiel sei die „Wiedervorlageliste“, im Schweizerdeutschen „Pendenzenliste“ genannt. Sie enthält alle zu erledigenden Aufgaben. Diese arbeite ich in stoischer Manier ab und mache sie regelmäßig zum Thema in meinen Gesprächen mit Mitarbeitern.

Jeder kennt die offenen Punkte, kann diese bearbeiten, sich vorbereiten sowie neue Punkte hinzufügen. Der Wert, der sich daraus für mich und den Mitarbeiter ergibt, nennt sich Klarheit. Das Meeting wird somit durch eine ganz banale, kleine Standardprozedur planbar und effizient. Entscheidungsbedarfe sind adressiert und schnell zu klären.

Regel 3: Bleib im Rahmen!

Als Taucher kenne ich meine Grenzen – an Kraft, an Atemluft, an Erfahrung. Sie zu beachten, ist überlebenswichtig. Und ich habe ein Ziel, das ich nicht aus den Augen verlieren darf - nämlich: Ein Vorhaben erfüllen und wieder auftauchen. Daher treffe ich keine Entscheidung, ohne mir die Grenzen meiner Leistungskraft und meiner Tauchmission bewusst zu machen.

Auch das leitet mich im Unternehmenseinsatz. Auch hier werde ich meinem Auftrag nur gerecht, wenn ich meine Möglichkeiten realistisch einschätze, Wissen und Erfahrung richtig einsetze und nur so tief in die Mission eintauche, dass ich angesichts der gegebenen Zeit und Möglichkeiten auch erfolgreich wieder auftauchen kann.

Einsicht für Extremmanager

Deshalb gilt für Taucher wie für Manager: Zeit und Kraft dosieren, auf erprobte Vorgehensweisen setzen und seinen Grundsätzen folgen. Je mehr Druck herrscht, desto wichtiger ist das!

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